Gedanken zu 1. Korinther 3,11
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holyscriptures - No Other Ground (1 Corinthians 3:11)

In der Gemeinde von Korinth herrschte ein eigentümliches Treiben. Die Menge war gespalten. Verschiedene Fraktionen hatten sich gebildet, die sich weniger am Evangelium als an den Namen der Verkündiger orientierten. Der eine rief „Ich bin des Paulus!“, der andere „Ich bin des Apollos!“, ein dritter „Ich bin des Kephas!“ – und der vierte, offenbar besonders geistlich gesinnt, „Ich aber bin Christi!“ (1 Kor 1,12). Paulus begegnet diesem Parteigeist nicht mit einem neuen Programm, sondern mit einer schlichten Feststellung:
1. Korinther 3,11
„Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“
Stell dir das wie eine Baustellenbesprechung vor, bei der der Architekt den versammelten Bauherren mitteilt, dass das Fundament bereits steht und nicht zur Disposition steht. Wer nun vorschlägt, man könne es doch durch ein anderes ersetzen – vielleicht durch eines, das besser zu den persönlichen Vorlieben oder den aktuellen Trends passt –, wird höflich, aber bestimmt darauf hingewiesen, dass dies nicht nur unmöglich, sondern auch unsinnig ist. Das Fundament ist gelegt. Es steht felsenfest. Es ist Jesus Christus selbst.
Paulus verwendet hier die Bildsprache des Bauens, die er zuvor schon mit dem Ackerbau verbunden hatte: Er hat gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben (V. 6–7). Nun wechselt er zum Bild des Bauwerks. Die Gemeinde ist Gottes Bau (V. 9). Paulus hat als weiser Baumeister den Grund gelegt; andere bauen darauf. Entscheidend ist jedoch nicht, wer baut, sondern worauf gebaut wird und wie.
Stell dir vor, Eigentümer beschließen bei der Renovierung, das Fundament sei eine überflüssige Formalität, solange die Fassade modern und die Inneneinrichtung geschmackvoll ist. Man könnte wunderbare Wände hochziehen, goldene Leuchter aufhängen und das Dach mit den neuesten theologischen Materialien decken. Wenn allerdings der feste Grund fehlt oder ersetzt wird, bleibt am Ende nur der Einsturz, den das Feuer der Prüfung unbarmherzig offenlegt (V. 12–15). Gold, Silber und Edelsteine halten stand; Holz, Heu und Stroh verbrennen. Der Baumeister selbst wird gerettet, doch „so wie durchs Feuer hindurch“. Das ist eine Formulierung, die wenig Raum für Selbstgefälligkeit lässt.
Paulus zieht eine klare Grenze: Es gibt nur einen Grund, der gelegt ist. Alles andere – seien es Personen, Programme, Traditionen oder eigene Erkenntnisse – kann allenfalls Baumaterial sein, aber niemals Fundament. Wer versucht, einen anderen Grund zu legen, legt nicht nur daneben; er untergräbt das Haus, das Gott selbst baut. Die Korinther hätten das vielleicht als zu einfach empfunden. Einfachheit ist jedoch keine Schwäche, wenn sie der Wahrheit entspricht.
Heute, wo Gemeinden bisweilen mehr über Stilfragen, Lieblingsprediger oder zeitgeistige Anpassungen streiten als über den einen Grund, klingt der Vers wie eine freundliche, aber unmissverständliche Erinnerung. Wir dürfen unterschiedlich bauen. Der eine pflanzt, der andere begießt, der dritte errichtet Mauern, der vierte setzt Fenster. Gott aber lässt wachsen. Der Grund bleibt dabei immer Christus. Alles andere ist, wenn wir mal genau hinsehen, nur Dekoration. Jesus ist die einzige tragfähige Lösung, die der Himmel je angeboten hat. Alles Weitere mögen wir darauf bauen, aber sollten dabei zusehen, dass es dem Feuer standhält.